

Biodanza, die soziale Revolution:
Das Scheitern mancher sozialen Revolutionen ist darauf zurückzuführen, dass die Personen, die sie initiiert haben, in sich selbst den evolutiven Prozess nicht realisiert haben. Soziale Transformationen können nur dann Erfolg haben, wenn sie von der Gesundheit ausgehen und nicht von der Neurose oder des Ressentiments. Andernfalls werden soziale Veränderungen nur eine Pathologie durch die andere ersetzen.
Wir sind zu allein inmitten eines kollektiven Chaos.
Da ist eine Art in uns, mit unserer ganzen Präsenz abwesend zu sein.
In der Art und Weise, wie wir schauen, nicht zuhören, den anderen nicht berühren, berauben wir ihn subtil seiner Identität. Wir erkennen ihn oder sie nicht an, wir sind mit ihm/ihr zusammen, aber wir ignorieren sie/ihn. Dieses Abqualifizieren, ob bewusst oder unbewusst, zeigt eine grauenvolle Bedeutung, die alle Pathologien des Egos durchzieht.
Wie ist es möglich, in einer Welt wie der unseren ans Tanzen zu denken, wo Hunger und Völkermord regieren, wo es Folter und Verrat gibt, in einer Welt unendlicher Verlassenheit? Auf den ersten Blick erscheint es wie eine Inkonsequenz.
Unser Ansatz jedoch besteht nicht einfach darin zu tanzen, sondern es geht darum, mit bestimmten Tänzen affektive und kommunikative Potenziale zu aktivieren, um uns mit uns selbst, mit dem Anderen und der Natur zu verbinden.
Denn, wie können wir die Welt verändern, ohne uns selbst zu verändern?
Die Transformation durch Biodanza ist nicht bloß eine Neuformulierung von Werten, sondern eine tatsächliche kulturelle Veränderung, ein Neulernen auf affektiver Ebene, eine limbisch-hypothalamische Veränderung.
Die Deformität des westlichen Geistes ist in diesem Jahrhundert, auf den Höhepunkt gekommen mit den schlimmsten Attentaten gegen menschliches Leben, welche die Geschichte je kannte.
Die Pathologie des Egos auf kollektiver Ebene ist verstärkt worden bis zu Extremen, die nie zuvor erreicht wurden.
Um so eine Pathologie aufrechtzuerhalten, bedarf es staatlicher Institutionen, politischer und pädagogischer Ideologien.
Und außerdem kollaborieren viele Intellektuelle und Denker unserer Epoche in diesem umfangreichen
Prozess des Verrates am Leben.
Mit unserem Handeln, unserem Tanzen überschreiten wir ganz offen die kulturellen Werte der Konsumgesellschaft und der totalitären Ideologien und folgen nicht dem Ruf der Anpassung daran.
Textzitat vom Urheber von Biodanza, Rolando Toro Araneda